Google Wallet – Bezahlen mit dem Smartphone


Wie oft hab ich schon meinen Geldbeutel zu Hause vergessen… Aber mein Handy? Niemals! In ein paar Jahren kann ich mir den Rückweg sparen. Google will Kreditkarten ins Handy integrieren und mit seinen Partnern Bezahlstellen auf der ganzen Welt anbieten.

Google Wallet wurde vor ein paar Tagen von Google offiziell vorgestellt. Das Projekt wird zuerst in San Francisco und New York getestet. Zum Start hat Google rund zwei Dutzend Partner (Citibank, MasterCard, Subway, Foot Locker usw.) und immerhin schon 124.000 Verkaufsstellen die das Handy als Zahlungsmittel akzeptieren. Wer kein Citibank Kunde ist kann die Google Prepaid-Karte mit Guthaben aufladen.

Die Verbraucher werden durch Rabattaktionen wie „Beim Kauf mit dem Handy 20% sparen“ oder „mit dem Handy bezahlen und der 10te Kaffe ist gratis“ gelockt. Rabattaktionen und Rabattkarten werden beim Kauf automatisch einberechnet.

Die NFC-Technik die dahintersteckt wird sich früher oder später durchsetzen, auch in Deutschland. Der Erfolg von Google Wallet ist abhängig davon welche Partner Google ins Boot bekommt. Die großen Banken müssen noch überzeugt werden.
In Südkorea und Japan ist der Trend schon sehr verbreitet. Dort lassen sich in vielen Geschäften kleine Bezahl-Terminals für Handys finden.

Wie funktioniert’s?

Mobiles Bezahlen ist durch die sogenannte NFC-Technik (=Near Field Communication) möglich. Dafür wird ein kleiner Chip benötigt. Das Nexus S ist bisher das einzige Handy auf dem Markt, das über so einen Chip verfügt. Der NFC-Chip kann aber durch einen Aufkleber nachgerüstet werden.

Der NFC-Chip funktioniert hauptsächlich als Empfänger. Hält man das Handy in die Nähe eines Senders (z.B. an der Kasse) bekommt man eine Benachrichtigung ob man den Betrag bezahlen will. Laut Google kann Kaufvorgang mit nur einem Klick abgeschlossen werden.

Gesteuert wird das Ganze über das Google Wallet App. Hier kann man Rabatt- und Kreditkarten hinzufügen, die Google Prepaid-Karte aufladen, nach Angeboten suchen und alle getätigten Käufe einsehen.

Sicherheit

Natürlich ein großes Thema bei der neuen Bezahlmethode. Google betonte mehrfach bei der Präsentation von Google Wallet, dass seit dem 1. Tag an die Sicherheit gedacht wurde. Es gibt verschiedene Sicherheitsstufen:

Beim ersten Start von Google Wallet muss ein PIN eingegeben werden. Falls man sein Handy verliert kann das App nicht geöffnet werden.

Die Kreditkarteninformationen werden auf einem speziellen Sicherheitschip kodiert gespeichert. Der Chip arbeitet getrennt vom restlichen System und verfügt über gewisse Sicherheitsmaßnahmen. Versucht man den Chip zu knacken löscht er sich selbst, sogar vor Laserangriffen ist der Chip angeblich sicher.

Wenn der Bildschirm des Handys aus ist, ist der NFC-Chip deaktiviert. Ist das Display an, ist der Chip zwar verfügbar, muss aber erst durch einen Klick in Google Wallet aktiviert werden.

All diese Maßnahmen sind zwar schön und gut, allerdings gibt es keine Software die nicht hackbar ist. Ein kleines Risiko wird immer bleiben.

Im Vergleich zu Plastikkarten ist die NFC-Technik aber ein klarer Schritt nach vorne. Kreditkarten können durch einfache Kartenleser ausgelesen und danach kopiert werden können. Man denke an Attrappen die vor Geldautomaten installiert werden.

Datenschutz

Datenschützer werden von dieser Entwicklung weniger begeistert sein, da an Google sensible Daten wie Kreditkartennummern weitergegeben werden. Auch das Konsumverhalten wird dokumentiert. Möglicherweise werden daraus Konsumentenprofile erstellt um zielgruppenorientierte Werbung zu verschicken.

Anwendungsmöglichkeiten

Neben Bezahlen in Supermärkten, Tankstellen und Restaurants sind noch viele weitere Anwendungsbereiche denkbar. Zum Beispiel im öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Hier zählt manchmal jede Sekunde. Tickets könnten ohne Automaten gekauft werden. Drehkreuze durch einfaches Durchlaufen passiert werden, da die Fahrkarte elektronisch abgestempelt wird.

Es wird Werbeplakate mit NFC-Chip geben. Hält man das Handy an die entsprechende Stelle wird das Angebot automatisch aufgerufen und kann im Google Wallet gespeichert werden. Konsumiert man viel von einem bestimmten Produkt erhält man produktspezifische Rabattangebote.

 
Paypal verklagt Google

Kurz nach der Veröffentlichung von Google Wallet wurde der Suchmaschinenriese von PayPal verklagt. PayPal plant ein ähnliches System für mobiles Bezahlen. Google wird vorgeworfen Betriebsgeheimnisse verwendet zu haben. Osama Bieder eine Führungskraft des Google Wallet-Projekts arbeitete von 2002-2011 für PayPal.

PayPal:

Bedier and Google have misappropriated PayPal trade secrets by disclosing them within Google and to major retailers.

Aaron Zamost (Pressesprecher von Google):

Silicon Valley was built on the ability of individuals to use their knowledge and expertise to seek better employment opportunities, an idea recognized by both California law and public policy. We respect trade secrets, and will defend ourselves against these claims.

Da heutzutage (speziell in den USA) schnell geklagt wird, bleibt abzuwarten wie sich das entwickelt. Ein einheitliches System wird dadurch unwahrscheinlicher. In Japan hat eine ähnliche Entwicklung dazu geführt, dass bis zu 5 verschiedene Bezahlterminals an der Supermarktkasse zur Verfügung stehen.

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